Pool kindersicher machen: von A wie Abdeckung bis Z wie Zaun

Ein Pool im eigenen Garten ist etwas ganz Tolles. Doch darin liegt besonders für Kinder auch eine Gefahrenquelle. Wir zeigen, wie du deinen Pool kindersicher machen kannst. Du bekommst zudem Infos über die rechtliche Lage und viele Tipps rund um die richtige Absicherung von Gartenteich, Swimmingpool & Co.
Ein Gartenpool bringt Wasserspaß für Groß und Klein, aber …
…es ist klar wie klares Wasser: Wer einen Gartenpool sein Eigen nennt, hat im Sommer die beste Gelegenheit, sich im kühlen Nass zu erfrischen, direkt vor der Haustür und wann immer ihm danach ist. Ob allein und eher sportlich, zu zweit und eher romantisch oder mit der ganzen Familie und eher gesellig – ein Swimmingpool im Garten bringt viele Vorteile und neben der Abkühlung auch jede Menge Spaß.
Je nach Größe des Gartenpools können Groß und Klein darin plantschen, toben und schwimmen, vor allem Kinder sind bei herrlichem Sommerwetter kaum aus dem Wasser zu bekommen. So weit, so gut.

Doch die von der DLRG genannten Zahlen zu 2017 ertrunkenen Kindern und auch der DLRG- Appell an die Erwachsenen, Kinder am Wasser nicht aus den Augen zu lassen, zeigt die Gefahr für Leib und Leben auf, die ein Gartenteich, Gartenpool oder Swimmingpool im Garten – insbesondere für noch nicht schwimmen könnende Kinder – darstellt.
Wissenswert: Kinder ertrinken leise und auch an Land
Als Eltern, Großeltern, Onkel und Tanten, Nachbarn, Freunde und Bekannte solltest du wissen, dass kleine Kinder anders ertrinken als gedacht:
- Wegen seines typischerweise überproportional großen Kopfes fällt ein Kleinkind leichter hin. Stürzt es kopfüber ins Wasser, reagiert der Körper mit einem schockartigen Reflex: Die Stimmritze im Rachen wird geschlossen, die Atmung somit blockiert. Das Kind erstickt im Wasser. Das geschieht meist ganz leise, ohne Schreien und ohne wildes Wassergespritze.
- Kind an Land, Gefahr gebannt? Nein! Kinder sind nicht nur im Wasser in Gefahr zu ertrinken. Denn wenn ein Kind beim Spielen im Wasser davon etwas eingeatmet hat, kann es auch Tage später noch „trocken ertrinken“, sprich: ersticken. Das geschieht zwar selten, aber wenn das eingeatmete Wasser nicht die Lunge erreicht, sondern die Kehlkopfmuskulatur verkrampfen lässt, führt das dazu, dass sich die Atemwege verschließen und das Kind erstickt.
Und auch das solltest du wissen: Dringt Wasser in die Lunge, erleidet das Kind Entzündungen, Schwellungen und Lungenschäden. Schlimmstenfalls führt die Atemnot zum sogenannten sekundären Ertrinken.
Pool kindersicher machen: alles, was Recht ist
Damit nichts passiert, solltest du deinen Pool kindersicher machen – übrigens auch dann, wenn du selbst keine eigenen Kinder hast: Immer wieder geschehen Unfälle, weil Kinder in Nachbars Gartenpool gefallen sind. Wie Poolsicherung geht, erklären wir gleich. Zuvor wollen wir dich jedoch auch mit der Rechtslage rund um den Pool und deine Verantwortung als Poolinhaber vertraut machen.
Als Eigentümer eines Grundstücks mit Haus und Pool stehen dir ebenso wie als dessen Pächter oder Mieter in der sogenannten Verkehrssicherungspflicht. Du bist für den Zustand des Grundstücks verantwortlich und musst dafür sorgen, dass dort niemand zu Schaden kommt. Das heißt auch, dass du das Schwimmbecken vor unbefugtem Betreten schützen musst.
Denn bei Unfällen aufgrund der Verletzung deiner Verkehrssicherungspflicht kannst du dafür haftbar gemacht werden. Schadensersatz und Schmerzensgeld oder gar ein Strafverfahren drohen. Nach der Rechtsprechung bedürfen Kleinkinder ständiger Aufsicht und du als Besitzer eines Pools musst deshalb nicht mit einem Aufsichtsversagen des Aufsichtspflichtigen rechnen, aber: Dies ist keine feststehende Rechtsprechung. Im Einzelfall kannst du dennoch haftbar gemacht werden.

Unser Tipp: Für die Poolsicherung gelten Vorschriften, die zumeist lokal geregelt sind. Frage am besten schon vor dem Poolbau bei deiner Gemeinde nach, welche Maßnahmen du
-
- sowohl zur Kindersicherung
- als auch zur (Haustier)Sicherung (siehe unten)
deines Pools ergreifen musst!
Deine Möglichkeiten zur Poolsicherung im Überblick
Als anwesender Erwachsener hast du die Aufsichtspflicht für die Kinder am und im Pool – und zwar die alleinige. Um das Unfallrisiko zu mindern, kannst du rund um den Swimmingpool im Garten verschiedene Maßnahmen ergreifen, die wir jetzt vorstellen:
Sicheren Pool bauen und gestalten
Schon bei der Planung und beim Bau deines Swimmingpools im Garten solltest du die geltenden bautechnischen und rechtlichen Vorschriften beachten, um einen nach anerkannten Standards sicheren Pool zu errichten. Dazu gehört zum Beispiel auch eine sichere Poolumrandung, die die Rutschgefahr minimiert.
Unser Tipp: Wenn möglich, montiere in Zeiten der Nichtnutzung, die gegebenenfalls vorhandenen Einstiegsmöglichkeiten in den Pool ab. Leitern, Treppen und Rutschen wirken insbesondere auf kleine Kinder wie eine Einladung.
Pool-Alarm aktivieren (Bewegungsmelder)
Ein sogenannter Pool-Alarm ist mit Preisen ab 80,- ein vergleichsweise günstiges Alarmgerät, das du am Pool installieren kannst, um Bewegungen im Poolbereich und/oder im Wasser wahrzunehmen. Es verhindert den Reinfall in den Gartenpool zwar nicht, informiert dich aber mit einem unüberhörbaren Signal unmittelbar darüber. Du bekommst so die Möglichkeit, schnell auf den Unfall zu reagieren.
Nicht frei schwimmender Pool-Alarm
Viele dieser Pool-Alarmgeräte sind allerdings an den Wasserpegel im Pool gebunden, der nicht nur von hineinfallenden Personen und Tieren, sondern auch von Niederschlägen (Regen, Hagel, Schnee) oder starker Sonneneinstrahlung und dabei stattfindender Verdunstung beeinflusst wird. Alle Pegelveränderungen verursachen einen Alarm.
Frei schwimmender Pool-Alarm
Frei schwimmende Alarmgeräte für deinen Gartenpool dagegen reagieren unabhängig vom Pegelstand auf Wasserbewegungen.
Pool-Alarm als Armband für Kinder oder Halsband für Haustiere
Inzwischen gibt es auch Sensorarmbänder beziehungsweise Sensorhalsbänder, die du deinem Kind oder Haustier umlegen kannst. Bei Kontakt mit Wasser löst die Basisstation sofort einen Alarm aus. Solche Sensorarmbänder gibt es für rund 100,- zu kaufen.
Abdeckungen machen Pool kindersicher
Einen nicht benutzten Gartenpool kannst du abdecken, wobei du bedenken solltest, dass er damit
- einerseits zwar seine offensichtliche Anziehungskraft auf Kinder verliert,
- andererseits aber zu einer Unfallquelle werden kann, weil vor allem kleine Kinder die Gefahr unter der Abdeckung nur schwer erkennen und einschätzen können.
Es kommt hier also auf die richtige kindersichere Abdeckung des Pools im Garten an. Vorteilhaft an Abdeckungen für Swimmingpools im Garten ist grundsätzlich, dass sie – je nach Modell – neben der Sicherheit auch Energie sparen helfen (Stichwort: Sonnenwärme speichern) und mit ihnen das Poolwasser sauberer bleibt. Sichere Abdeckungen sind so gestaltet, dass sich darauf ansammelndes Regenwasser ablaufen kann, zum Beispiel über einen netzartigen Ablauf in der Mitte der Abdeckung.
Manche Abdeckungen sind mit Aufrollautomatik (Rollschutzabdeckung) zu kaufen, andere lassen sich über die Einfassung des Beckens spannen (Sicherheitsnetze).

Abdeckplane als Kinder-Poolsicherung
Achtung: Nutze keine einfache Plane zum Abdecken deines Gartenpools! Kinder, die darauf treten oder fallen, werden zwar von der Plane gebremst, sinken dann aber mit dieser ein. Mitunter kann die Plane das Unfallgeschehen sogar verschlimmern.
Stattdessen solltest du ausschließlich eine als Sicherheitsplane ausgelegte Abdeckplane verwenden, um den Swimmingpool im Garten kindersicher zu machen, wenn er nicht benutzt wird. Solche Sicherheitsplanen für Pools sind aus extra starkem Material, zum Beispiel PVC, gemacht. Die Sicherheitsplane wird mit Hilfe von Spanngurten, rostfreien Stahlhaken und Ösen am Pool fixiert.
Wichtig: Die Haken eignen sich zur Montage an Beton und Stein, nicht jedoch an Gartenboden und Rasen.
Je nach Hersteller der Sicherheitsplane kannst du diese in Standardmaßen von der Stange oder als Maßanfertigung passend zu deinem Pool kaufen.
Schiebeabdeckungen zur Poolsicherung
Insbesondere über rechteckige Schwimmbecken lässt sich eine moderne und vor allem stabile, feste Schwimmbadüberdachung in passender Größe montieren. Die besteht beispielsweise aus Polycarbonat-Doppelstegplatten (Stärke: 10 mm) und UV-beständigen Gummidichtungen. Die stabile Abdeckung liegt fest auf. Unter Belastung sinkt sie nur bis zur sogenannten Sicherheitskante ein, in der Regel also nur wenige Zentimeter. Tritt ein Kind auf die Poolsicherung, bekommt es höchstens nasse Füße. Solche Schiebeabdeckungen zur Poolsicherung kosten meist einen vierstelligen Betrag.
Gegen einen Aufpreis kannst du die kindersichere Schiebeabdeckhalle auch mit transparenten Polykarbonat-Platten (Stärke: 4 mm) kaufen. Gegen unbefugtes Aufschieben der Abdeckung hilft eine passende Verschlussvorrichtung.
Unser Tipp: Solch eine feste Schiebeabdeckung bringt neben der Kindersicherheit und dem Schutz vor Schmutz einen weiteren Vorteil: Das Wasser darunter erwärmt sich im Schnitt um 6 °C, weil die Sonnenwärme (Solarthermie) unter der Abdeckung gehalten (sogenannter Glashauseffekt) und an das Wasser abgegeben wird. Du kannst damit also deine private Poolsaison spürbar verlängern!

Poolzaun macht Pool kindersicher
Ein für Kinder unüberwindbarer
- Zaun (auch Poolzaun genannt),
- eine entsprechende Mauer
- oder eine Brüstung aus Kunststoff beziehungsweise Sicherheitsglas
bieten höchste Sicherheit rund um den Pool. Auch Haustiere lassen sich damit von einem unerlaubten Bad im Gartenpool abhalten (siehe unten).
Allerdings ist das Errichten eines Zauns, einer Mauer oder einer sonstigen Schwimmbecken-Schutzbarriere eine sehr aufwändige Baumaßnahme, die zudem auch die Optik des Poolbereichs maßgeblich verändert. Suche hier nach einer Lösung, die sicher ist und auch optisch in deinen Garten passt!
Geeignet sind zum Beispiel stabile Zäune aus Metall und Holz, die sich nicht überklettern lassen. Solche Zäune gibt es vom Meter oder als praktisches Stecksystem (ab 250,-). Spezielle Sicherheitszäune aus stabilem und UV-resistent PVC nach der französischen Sicherheitsnorm NF P 90-306 beispielsweise sind extra für die Poolsicherung entwickelt worden. Ebenso wie transparente Brüstungen, wie sie für Balkone, insbesondere modern gestaltete sogenannte Französische Balkone, Verwendung finden.
Unser Tipp: Frankreich hat übrigens seit Jahren eine Norm für Lösungen zur Absicherung von Pools in Kraft, an deren europäischer Version noch gearbeitet wird: die Norm AFNOR NF 90-306 ff. Willst du auf Nummer sicher gehen, kannst du beim Kauf von Poolsicherungen darauf achten, ob die gewünschten Sicherheitslösungen dieser Norm entsprechen.
Regeln für Poolbesucher
Bei all den vorgenannten technischen Lösungen zur Absicherung deines Pools solltest du trotzdem auch Poolregeln aufstellen und diese konsequent durchsetzen. Erkläre die Baderegeln deinem Nachwuchs und deinen Badegästen immer wieder.

Zum Beispiel folgende Poolregeln:
- Am Pool darfst du nicht rennen. Du könntest ausrutschen und dich verletzen.
- Geh nicht alleine in die Nähe des Pools!
- Wirf keine Gegenstände in den Pool!
Unser Tipp: Achte darauf, dass du den Poolbereich nach der Badezeit stets zügig aufräumst. Denn herumliegendes, buntes Wasserspielzeug wirkt auf Kinder wie ein Magnet. Sie wollen damit spielen. Verstaue das Wasserspielzeug zum Beispiel in einer praktischen Gartengerätebox!
Erste Hilfe am Pool
Es dient auch der Sicherheit, wenn du lebensrettende Geräte griffbereit hältst, zum Beispiel ein Erste-Hilfe-Set, eine Rettungsboje, eine lange Stange, einen Rettungsring. Zudem solltest du Wiederbelebungsmaßnahmen kennen. Es lohnt sich, einen Erste-Hilfe-Kurs zu absolvieren und die dort erworbenen Kenntnisse regelmäßig aufzufrischen. Vielerorts werden auch spezielle Kurse zur Ersten Hilfe bei Kindern angeboten.
Sicherer Pool: auch fürs Haustier
Es klang zwischendurch bereits an: Ein Pool im Garten ist auch für dein vierbeiniges Familienmitglied oder das Haustier deines Nachbarn, das sich auf dein Grundstück verirrt hat, gefährlich. Auch familienlose Streuner und Wildtiere können in einem Pool ertrinken, wenn er ungesichert ist.
Einem Tierunfall beugst du mit den oben beschriebenen Maßnahmen sicher vor. Allerdings raten Tierschützer auch zu tiergerechten Ausstiegshilfen, da Tiere kaum eine Chance haben, die glatten Wände eines Pools zu erklimmen, um der Gefahr zu entrinnen. Als Ausstiegshilfe kann ein langes Brett dienen, dessen eines Ende am Beckenrand fixiert wird. Das andere Ende sollte am Schwimmbeckenboden beschwert werden, so dass es nicht auftreiben kann. Glattes Holz kannst du mit Textilien umwickeln, damit sich die Tiere daran festkrallen und hochziehen können.
Auch DIY-Tierleitern sind als Ausstiegshilfen denkbar, die beispielsweise jeweils nahe der beiden Längsseiten in den Pool ragen (Winkel etwa 30°). Du kannst dazu Bretter nutzen, auf die du als Stufen Vierkantleisten im Abstand von 20 Zentimetern schraubst. Zwischen den Leisten kannst du wiederum Frotteehandtücher befestigen.
Du kennst damit mehrere Möglichkeiten, wie du deinen Pool kindersicher machst. Jetzt liegt es an dir, ob du dich schon diesen Sommer im kühlen Nass erfrischen willst.

In unserem Onlineshop haben wir zum Beispiel verschiedene Massivholz-Pools für dich im Angebot!
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Titelbild: ©iStock/FamVeld
Artikelbilder Bild 1+2: ©iStock/piovesempre; Bild 3: ©iStock/pixinoo; Bild 4: ©iStock/FamVeld; Bild 5: ©Gartenhaus.com
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