Kinderspielgeräte für den Garten: Holz, Kunststoff oder Metall?

Kinder Spielhaus Garten

Wer seinem Nachwuchs kindgerechten Raum zum Spielen im Garten geben möchte, hat die Wahl zwischen Kinderspielgeräten aus Holz, Kunststoff und Metall. Wir erklären die Vor- und Nachteile von Spielgeräten aus diesen drei Werkstoffen. Zudem zeigen wir die Antworten von einer Umfrage zu Spielgeräten, zu der wir spielgeräteerfahrene Kinder und eine 4fach-Mutter auf einem Spielplatz mitten in Hamburg eingeladen haben. Wir liefern Ihnen darüber hinaus eine historische Rückschau auf die Entwicklung von Kinderspielgeräten. Wissen Sie zum Beispiel, wer die Rutsche erfunden hat? Wir verraten's!

Was Kinder sich für Kinderspielgeräte wünschen

Bei einer nicht repräsentativen Meinungsumfrage unter spielplatzerprobten Großstadtkindern zwischen 4 und 13 Jahren, die wir an einem sonnigen Nachmittag im März auf einem Hamburger Spielplatz antrafen und danach fragten, aus welchem Material sie sich Kinderspielgeräte im Garten wünschten, wurden uns vor allem Spielgeräte aus Metall oder Holz genannt.

Auf die Frage, an welchen Spielgeräten sie im eigenen Garten gerne spielen würden, antwortete ein Vierjähriger*: "Rutsche, Schaukel und Hüpfbahn. So eine, wie im Innocentia-Park. Da fliegt man ganz hoch mit!" Ein 8-jähriges Mädchen* schaukelt besonders gerne, hätte am liebsten aber einen Kletterbaum mit Baumhaus im Garten. Ein 11-Jähriger* mag die "Spielgeräte mit Computern", wie sie seit 2011 auf Hamburgs erstem „Energie-Spielplatz“ in der Bellealliancestraße installiert sind. Und die mit 13 Jahren Älteste* der von uns befragten Kinder wünscht sich eine Vogelnestschaukel im Garten, in der sie liegend schaukeln und dabei in den Himmel gucken könnte.

Was Eltern sich für Kinderspielgeräte wünschen

Auf dem Schlump-Spielplatz mitten in Hamburg haben wir auch die Mutter* der vier befragten Kinder getroffen und sie als Großstadtmutter um ihre Meinung zu Spielgeräten gebeten.

Redaktion: Welches Spielgerät würden Sie sich für Ihre Kinder im eigenen Garten wünschen?

Mutter: „Meine Kinder haben alle gerne mit Sand und Wasser gematscht, also eine Matschecke wäre toll. Dazu unbedingt was zum Klettern, am liebsten ein Kletterbaum mit Ausguck ganz oben und einem Baumhäuschen mit Rutsche auf halber Höhe. An einem Ast sollte eine Schaukel hängen.“

Spielhaus Rutsche

Redaktion: Brauchen Kinder im Garten Kinderspielgeräte?

Mutter: „Selbst meine Kinder mit ausgeprägtem Sinn fürs Grüne verlieren irgendwann die Lust am Gärtnern und wollen spielen oder chillen. Da unser Garten nur ein begrenztes Stück Natur mitten in der Stadt ist, brauchen die Kinder Ersatz für natürliche Spielräume wie eine Wiese am Bach, einen Hügel oder einen Wald. Gute Spielgeräte sind solcher Ersatz.“

Redaktion: Was macht ein gutes Kinderspielgerät im Garten aus?

Mutter: „Es muss die Kids herausfordern, ihre Neugier und ihren Mut wecken. Sie beschäftigen und anregen. Bei uns im Garten bräuchten wir ein Spielgerät, das alle Kids, kleine wie große, bespielen könnten. Natürlich sollte es so gut gemacht sein, dass die Kinder sich beim Spielen nicht wegen mangelhafter Verarbeitung verletzen.“

Redaktion: Was war das Abenteuerlichste, was Ihre Kinder auf einem Spielgerät erlebt haben?

Mutter: „Es gibt in der Nähe einen Spielplatz mit einem recht hohen Gartenhäuschen auf Stelzen mit Spitzdach. Ich stillte meinen Jüngsten auf einer Bank als die drei Großen mich fragten, ob sie da mal rauf klettern dürfen. Ich hab’s erlaubt. Als meine Kinder riefen: "Mama, guck mal!" setzte mein Herzschlag für einen Moment aus. Die drei waren vom Hausdach weiter in den nahestehenden Baum hinaufgeklettert und winkten fröhlich aus der Baumkrone – sechs, sieben Meter über mir. Ich war froh, als sie heil wieder unten landeten und schluckte meine mütterliche Besorgnis brav runter. Stattdessen beglückwünschte ich die stolzen Klettergeister. Für Landkinder ist das sicher keine große Sache, für meine Stadtkinder schon.“

Ein Blick in die Geschichte von Kinderspielgeräten

Im Interview mit der 4fach-Mutter vom Hamburger Spielplatz klang es eben schon an. Spielgeräte sind typisch Stadt. Die Geschichte von Spielgeräten bestätigt das:

Die Rutsche - eine Erfindung der St. Petersburger

Die Rutsche beispielsweise hätten nach diesem Bericht über „The Playground Project“ der Schweizerin Gabriela Burkhalter, Politologin und Stadtplanerin, Städter erfunden - und zwar im 18. Jahrhundert in der russischen Stadt St. Petersburg. Die Stadtbewohner hätten demnach damals ihren zugefrorenen Fluss Newa benutzt, um mit einem Schlitten von extra aufgestapelten Eisplatten zu rutschen. Die damit wohl erste „Rutsche“ habe aus einem Gerüst aus Holzbalken auf der einen und einer Treppe auf der anderen Seite des Eishügels bestanden.

Spielhaus Rutsche Kinder

Wie Kinderspielgeräte und Spielplätze in die Städte kamen

Der Begriff Spielplatz sei dem Bericht zufolge Anfang des 19. Jahrhunderts erstmals in der Literatur aufgetaucht. Mit der Industrialisierung seien schon erste Spielplätze aufgekommen, doch erst 100 Jahre später seien sie in Städten üblich gewesen. In der Enge der Stadt hätten sie Kindern, insbesondere denen der Arbeiter, die tagsüber oft unbeaufsichtigt waren, einen Rückzugsort geboten.

Seit 1920 sei die Zahl öffentlicher Spielplätze mit Sandkasten, Rutsche und Klettergerüst in Deutschland stetig gewachsen. Im Zweiten Weltkrieg seien viele demnach zerstört worden, die Kinder seien deshalb in der Nachkriegszeit zum Spielen oft auf Trümmergrundstücke ausgewichen. Mitte der 1950er-Jahre habe eine neue Ära der Spielplatz- und Spielgeräte-Geschichte begonnen, die alternative Spielformen auf den Plan gebracht habe. In den 1960ern habe es einen Babyboom gegeben, in dessen Folge auch Spielplätze boomten.

Mit der 1968er Bewegung sei freies, selbstbestimmtes, kreatives Spielen in den Fokus gerückt und gefördert worden. Der Spielplatz sei zunehmend ein Ort des kreativen Ausdrucks und der kognitiven Entwicklung geworden. In den 1970er seien im Zuge lebhafter Spielzeugdiskussion in der Gesellschaft die ersten Abenteuerspielplätze errichtet worden. Anfang der 1970 hätten demzufolge viele deutsche Städte die Sicherheit ihrer Spielgeräte und Spielplätze per Gesetz geregelt.

Mit der Zeit habe sich so das Bild deutscher Spielplätze gewandelt: Kinderspielgeräte aus Metall seien zusehends mit Holzgeräten ersetzt worden.

Interessant: Auf die Frage, was an heutigen Spielplätzen beziehungsweise Kinderspielgeräten zu kritisieren sei, antwortete Gabriela Burkhalter, dass „der verfügbare Raum mit Geräten zugebaut werde, statt auch Raum für mehr naturnahe oder topographische Elemente zu lassen“. Der Spielplatz sei „zu einem Produkt der spezialisierten Spielplatzindustrie geworden“, für den sich Künstler, Designer und Architekten nicht mehr zuständig fühlen würden. Ohne deren und die Einmischung von Landschaftsarchitekten und Benutzen könne es keine spannenden Spielplätze geben.

Kinderspielgeräte aus Holz, Metall und Kunststoff für spannende Spiele im Garten

In Ihrem Garten liegt es also an Ihnen, Ihren Kindern einen spannenden Spielraum zu schaffen. Entweder setzen Sie dazu auf DIY und bauen spannende Spielgeräte aus Holz oder Metall selbst: Rutsche, Schaukel, Spielhaus - Sie haben die Wahl. Oder Sie kaufen Spielgeräte. Die gibt es aus den Werkstoffen:

  • Holz,
  • Metall,
  • und Kunststoff.

In unserem Onlineshop finden Sie eine große Auswahl an Kinderspielgeräten für Ihren Nachwuchs, darunter Schaukeln, Spielhäuser und Spieltürme.

Wir erklären Ihnen im Folgenden die Vor- und Nachteile von Holz-Spielgeräten, Metall-Spielgeräten und Kunststoff-Spielgeräten.

Kinderspielgeräte aus Holz im Garten: Vor- und Nachteile

Kinder Spielhaus spielen

Holz ist ein natürlicher, nachwachsender Roh- und Baustoff. Als Material für ein Kinderspielgerät ist Holz vor allem deshalb gut geeignet, weil es Temperatur ausgleicht. Holz wird weder im Sommer extrem heiß noch im Winter extrem kalt. Ihre Kinder können auf einem Spielgerät aus Holz also das ganze Jahr über nach Lust und Laune spielen.

Als Naturprodukt fügt sich ein Holz-Spielgerät optisch gut in die Gartenlandschaft ein. Es wird als ein Teil des Garten gesehen.

Allerdings kann Holz splittern. Die Gefahr, dass Holz splittert hängt zum einen von der Holzsorte ab, aus der das Spielgerät ist. Manche Hölzer neigen eher zum Splittern als andere. Zum anderen mindert eine hochwertige Verarbeitung des Holz-Spielgerätes die Gefahr, dass es splittert. Gehobeltes Holz ist deutlich splitterärmer als ungehobeltes. Achten Sie auch darauf, dass die Konstruktion stabil ist, d.h. die Holzbalken und Bretter eine optimale Stärke haben.

Als Naturmaterial unterliegt ein Holz-Spielgerät, das im Garten Wind und Wetter ausgesetzt ist, der natürlichen Verwitterung. Insbesondere Feuchtigkeit beschleunigt die Verrottung, die das Spielgerät instabil machen und schlimmstenfalls zerstören kann. Um das Holz-Spielgerät davor zu schützen, sollten Sie deshalb Holz möglichst nur über Bodenniveau verarbeiten. Denken Sie dabei daran, dass Wasser von Rundhölzern besser abläuft als von Kanthölzern, insbesondere, wenn diese waagerecht montiert wurden. Denn darauf bleibt schnell mal Wasser stehen, was die Trocknung des Holzes bremst. Ist ein Bodeneinbau unerlässlich, können Sie sogenannte Pfostenschuhe benutzen.

Grundsätzlich braucht ein hochwertiges Holz-Kinderspielgerät ein gewisses Maß an Holzschutz und Holzpflege, damit es Ihren Kindern lange Spaß am Spielen bringt. Dabei helfen auch unsere Tipps zum Überwintern Ihrer Spielgeräte.

Kinderspielgeräte aus Metall im Garten: Vor- und Nachteile

Jungs Fussball spielen

Ein Kinderspielgerät aus Metall ist äußerst robust. Unzählige Spielgeräte auf öffentlichen Spielplätzen beweisen das Tag für Tag.

Optisch wirken Metall-Spielgeräte mitunter leichter als Spielgeräte aus kompakten Holzpfosten und -balken. Dafür sind Metallgeräte oft ziemlich bunt, was sie auffälliger im Garten macht.

Zudem Metall ist nicht wie Holz in der Lage, Temperaturen auszugleichen. Im Gegenteil: Es ist ein sehr guter Temperaturleiter. Im Sommer kann ein Spielgerät aus Metall deshalb sehr heiß und im Winter sehr kalt werden. So heiß, dass sich Kinder ihre Haut daran verbrennen, und so kalt, dass die Haut der Kinder daran festfriert.

Außerdem kann Metall rosten und von der sich ausbreitenden Korrosion „zerfressen“ werden. Achten Sie also unbedingt auf erste Anzeichen von Rost an einem Kinderspielgerät aus Metall, damit Sie die Roststelle rechtzeitig bearbeiten können.

Zudem sollten Sie gegebenenfalls die Schraubverbindungen der Metallkonstruktion regelmäßig auf sicheren Sitz prüfen.

Kinderspielgeräte aus Kunststoff im Garten: Vor- und Nachteile

Kinderspielgerät Kunststoff

Insbesondere Spielgeräte für Kleinkinder sind auch aus Kunststoff zu haben. Sie leuchten in allen Farben und laden damit die Kleinen zum Spielen ein. Wissen sollten Sie jedoch: Die Farbe von Kinderspielgeräten aus Kunststoff leidet in der Sonne oft, die Spielgeräte bleichen aus.

Kunststoff-Kinderspielgeräte sind Leichtgewichte, die Sie einfach im Garten aufstellen und umstellen können. Leicht ist auch ihre Reinigung.

Niederschlag und Feuchtigkeit machen Kunststoff nichts aus – ein Wassertisch fürs Kleinkind ist deshalb häufig daraus gemacht. In unserem Onlineshop finden Sie aber auch eine hölzerne Alternative. Auch der Großteil der Planschbecken besteht aus Kunststoff. 

Kunststoff wird aus fossilem Erdöl gemacht und hat daher eine recht schlechte Ökobilanz. Wer ein Spielgerät aus Kunststoff für ein Kleinkind kauft, weiß jedoch, dass es sich dabei meist um eine Mini-Version eines großen Kinderspielgerätes handelt. Es ist schon beim Kauf absehbar, dass der Nachwuchs daraus bald „heraus wächst“. Für die oft günstigeren Preise für Kunststoff-Spielgeräte wird die schlechtere Ökobilanz von vielen Eltern in Kauf genommen und erst das größere Folgegerät in langlebigerem Holz oder Metall angeschafft.

Tipp: Wer große ökologische Bedenken hat, ein Spielgerät aus Kunststoff zu kaufen, dem sei gesagt, dass inzwischen auch Spielgeräte aus recyceltem Kunststoff im Handel sind. Deren Klimabilanz ist deutlich besser.

Sie wünschen mehr Inspiration für Ihren kindgerechten Garten? Dann schauen Sie doch einmal auf unsere Pinterest-Boards rund Kinder im Garten, zum Beispiel über das Kinderspielhaus hier.

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Titelbild: ©GartenHaus GmbH
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