Terrassenüberdachung: Umbau zum Wintergarten

So schön eine offene Terrasse im Sommer auch ist - manchmal wünschen wir uns einfach ein Dach über dem Kopf. Wenn die Sonne in der größten Mittagshitze brennt oder es abends etwas frischer wird und ein Sturm aufzieht, ist das Sitzen im Freien relativ unkomfortabel. Mit einer Überdachung können Sie Ihre Terrasse auch an regnerischen, windigen oder etwas kühleren Tagen nutzen. Außerdem bietet sie den Vorteil, dass die Gartenmöbel unter ihr geschützt sind und daher nicht abgedeckt oder eingeräumt werden müssen.

Noch komfortabler wird das Ganze mit einem Wintergarten. Er sorgt dafür, dass Sie die Terrasse nicht nur im Frühjahr und Sommer nutzen können, sondern quasi das ganze Jahr über. Sicherlich haben auch Sie schon einmal einen professionell geplanten und aufgebauten Wintergarten bewundert. Wäre da nur nicht der oft sehr hohe Preis. Geht es nicht auch günstiger? Es geht!

Sie besitzen bereits eine Terrassenüberdachung? Dann bauen Sie diese doch einfach zum Wintergarten um!

Damit stehen die Chancen sehr günstig, bares Geld zu sparen. Wer darüber hinaus handwerklich nicht unbegabt ist und sich zutraut, den Umbau der Terrassenüberdachung zum Wintergarten selbst vorzunehmen, der kann nochmals richtig sparen. Dieser Beitrag soll Ihnen das dazu notwendige Grundwissen vermitteln.

Braucht es eine Baugenehmigung, um die Terrassenüberdachung zum Wintergarten umzubauen?

Terrassenüberdachungen und Wintergärten werden häufig ohne Nachfrage beim Bauamt aufgestellt, ganz ungefährlich ist dies jedoch nicht. Bei einem Verstoß gegen die Bauvorschriften kann das Bauamt verlangen, das Objekt wieder zu entfernen. Nicht in allen Fällen muss das Bauamt sein OK zu den Plänen geben - doch gehen Sie lieber auf Nummer sicher. Dies gilt noch verstärkt, wenn die vorhandene Terrassenüberdachung zu einem Wintergarten umgebaut werden soll.

Ein Bauantrag schafft die nötige Rechtssicherheit

Die Bauvorschriften sind in den Bundesländern unterschiedlich geregelt, daher kann zur Frage, ob für eine Terrassenüberdachung und ein darauf aufbauender Wintergarten ein Bauantrag notwendig ist, keine allgemeingültige Aussage gemacht werden. Oftmals ist für kleinere Überdachungen, deren Gesamtfläche kleiner als 30 Quadratmeter ist und deren Tiefe nicht mehr als drei Meter beträgt, keine Genehmigung nötig.

Sicherheitshalber sollten Sie jedoch immer bei der Gemeindeverwaltung oder beim Bauamt nachfragen, damit es später nicht zu Problemen mit der Bauaufsichtsbehörde kommt. Das Bauamt gibt auch gleich Auskunft darüber, welche weiteren Vorschriften beim Bau bzw. Umbau eines Wintergartens einzuhalten sind, denn auch bei einem genehmigungsfreien Objekt müssen die Vorschriften des Bebauungsplans der Gemeinde und die Mindestabstände zu den Nachbargrundstücken eingehalten werden. Ebenso muss das Objekt die nötige Statik besitzen und es müssen die Bestimmungen zum Brandschutz eingehalten werden. Auch bei einem kleinen Wintergarten ist es daher sinnvoll, einen Bauantrag zu stellen. Gegebenenfalls wird nach der Bearbeitung des Antrags dann ein Bescheid erteilt, aus dem hervorgeht, dass für das Bauvorhaben keine Genehmigung erforderlich ist.

Was Sie beim Projekt „Terrassenüberdachung Wintergarten Umbau“ beachten müssen

Sie haben also beschlossen, Ihre Terrassenüberdachung zum Wintergarten umzubauen. Eine allgemeingültige Anleitung hierfür kann es nicht geben, da jede vorhandene Überdachung anders gearbeitet ist und daher individuell zum Wintergarten umgebaut werden muss. Trotzdem gibt es einige grundlegende Dinge, die Sie beachten müssen. Darum soll es im Folgenden gehen.

Die Statik sorgt für die nötige Stabilität

Besonders wichtig ist bei einem Wintergarten eine ausreichende Statik. Sie schützt nicht nur die Hausbewohner, sondern auch das Haus, an das der Wintergarten angebaut wird, vor Schäden. Bei einem Umbau von der Terrassenüberdachung zum Wintergarten, der von einem Handwerksbetrieb ausgeführt wird, übernimmt diese Berechnungen das Unternehmen und sorgt für die nötigen Papiere, die zusammen mit dem Bauantrag eingereicht werden müssen.

Hinweis: Terrassenüberdachungen sowie auch Wintergärten werden inzwischen auch häufig als Bausatz zum Selbstaufbau angeboten. In diesem Fall bieten die Hersteller Musterstatiken für die verschiedenen Modelle an, soweit es sich um eine Standardausführung handelt. Für Objekte, die nach Kundenwünschen angefertigt wurden, können bei den Herstellern die zugehörigen Statiken in Auftrag gegeben werden.

Welche vorhandene Terrassenüberdachung eignet sich für den Umbau zum Wintergarten?

Grundsätzlich eignet sich nicht jede Terrassenüberdachung für einen Umbau zum Wintergarten. Einfache Markisen, ob offen oder geschlossen, weisen keine ausreichende Festigkeit auf, um sie mit entsprechenden Seitenelementen zu einem Wintergarten zu verbinden.

Besser geeignet sind vorhandene Terrassenüberdachungen in fester Bauform, zum Beispiel aus Holz, Kunststoff oder Aluminium. Diese können mit speziellen Glaselementen bzw. Glasschiebewänden zu einem Wintergarten aufgerüstet werden - und das mit relativ geringem Aufwand.

Wintergarten-Modelle

Das Angebot verschiedener Wintergarten-Modelle auf dem Markt ist heute so groß und unüberschaubar geworden, dass viele Interessenten sich schwer damit tun, das für ihre Bedürfnisse am besten passende Modell zu finden. Kein Wunder: Schließlich gibt es sowohl Wintergärten von der Stange als auch völlig individuell angefertigte Modelle, die auch bei schwierigsten Gegebenheiten eingesetzt werden können.

Das Standardmodell eines Wintergartens kennt sicherlich jeder. Es handelt sich dabei um eine Rahmenkonstruktion, die meist in einem Leichtmetall wie beispielsweise Aluminium ausgeführt und mit zahlreichen Fenstern versehen ist. Die Fenster können geöffnet werden, oft befinden sich auch Dachfenster im Wintergarten, die bei Bedarf zu öffnen sind. Allerdings gestaltet es sich hierbei recht schwierig, die vorhandene Terrassenüberdachung in den fertigen Wintergarten einzubeziehen bzw. diese zum Wintergarten umzubauen. Besser hierfür geeignet ist die folgende Lösung:

Der Kaltwintergarten

Ein Kaltwintergarten wird nicht beheizt und benötigt daher keine aufwendige Konstruktion und hohe Wandanschlusshöhen. Aus diesen Gründen ist der Kaltwintergarten eine preisgünstige Alternative zu anderen Wintergarten-Varianten. Er ist in vielen Standardabmessungen erhältlich. Zudem bietet er sich an, wenn eine vorhandene Terrassenüberdachung zum Wintergarten umgebaut werden soll. Hierfür können zum Beispiel Glasschiebeelemente verwendet werden.

Im Grunde ist der Kaltwintergarten ein Regen- und Windschutz und kann auch für die Überwinterung von frostempfindlichen Pflanzen genutzt werden. Der beste Standort ist die Südseite des Hauses. Durch die Einfachverglasung an den Seiten heizt sich der Kaltwintergarten bei Sonneneinstrahlung innerhalb kurzer Zeit auf und kann somit vom Frühjahr bis zum Herbst genutzt werden.

Auch wenn der Kaltwintergarten im Winter zu kalt zum Bewohnen ist, kann er während drei Jahreszeiten im Jahr als Wohnraumerweiterung und Saisonverlängerer genutzt werden. Mit solarer Wärmegewinnung ist der Kaltwintergarten bereits im Frühjahr ein angenehm temperierter Wohnraum. Die solare Wärmegewinnung ist bei starker Sonneneinstrahlung sogar für das gesamte Haus nutzbar. Somit trägt auch der Kaltwintergarten zur Energieeinsparung bei.

Die Vorteile des Kaltwintergartens auf einen Blick:

  • Gutes Preis-Leistungsverhältnis
  • Auch mit vorhandener Terrassenüberdachung realisierbar
  • Keine Heizkosten
  • Keine Anschaffungskosten für Heizungen
  • Heizt sich bei Sonneneinstrahlung schnell auf
  • Dient als Überwinterungsraum für frostempfindliche Pflanzen
  • Mit solarer Wärmegewinnung auch im Frühjahr nutzbar

Der klassische Wintergarten

Der klassische Wintergarten besitzt eine Möglichkeit zum Beheizen und kann daher ganzjährig als Erweiterung des vorhandenen Wohnraums genutzt werden. Es gibt ihn in zahlreichen Abwandlungen, z. B. mit einem Rahmen aus echtem Holz oder auch in der günstigeren Version aus Kunststoff. Die Scheiben sind mit variabler Tönung lieferbar, auch eine eingebaute Markise - außen oder innen im Wintergarten - lässt sich bei vielen Herstellern gleich mitbestellen.

Schwierig wird es allerdings mit der Größe. Da die deutsche Terrasse nicht genormt ist, gibt es keine standardisierte Größe eines Wintergartens, die fertig im Handel gekauft werden kann. Viele Hersteller bieten aber Standardmodelle an, die dann in vielen verschiedenen Größen lieferbar sind. Wer über eine besonders große Terrasse verfügt, muss allerdings einen entsprechenden Aufpreis auf den Basispreis einkalkulieren.

Vom absoluten Klassiker bis zum modernen, futuristischen Wintergarten ist heute also alles im Angebot. Es kommt auf den persönlichen Geschmack und natürlich auf die Dicke des Geldbeutels an, die entscheiden, welcher Wintergarten es denn schließlich sein soll.

Soll ich meine Terrassenüberdachung selbst zum Wintergarten umbauen?

Was wird hierzulande nicht alles selbst gebaut, seien es Möbel, Gartenhäuser, Carports, Terrassen und vieles mehr. Daher scheuen sich auch viele Hobby-Handwerker nicht davor, die vorhandene Terrassenüberdachung zum Wintergarten umzubauen.

Allerdings bietet es sich in einem solchen Fall an, vorgefertigte Elemente (z. B. Glasschiebewände) zu kaufen und lediglich die Montage selbst zu übernehmen. Wer sich darüber hinaus zutraut, den Wintergarten auch noch komplett selbst zu konstruieren und die dafür erforderlichen Materialien zu beschaffen, übernimmt sich meist. Schließlich muss hierbei nicht nur auf das Design, sondern auch auf die Statik und viele andere relevante Punkte geachtet werden.

Merke: Beim Umbau einer Terrassenüberdachung zum Wintergarten sollte man seine handwerklichen Fähigkeiten nicht überschätzen. Schließlich sind hier teilweise recht komplizierte Arbeiten, mit Werkzeugen, die kaum ein Heimwerker im Regal liegen hat, notwendig. Wer diesbezüglich keine Erfahrung hat, sollte sich nicht kopflos in das Abenteuer stürzen, sondern zumindest für die grundlegenden Arbeiten professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Schließlich möchten Sie doch auch, dass Ihr Wintergarten hinterher ansprechend aussieht und nicht gleich beim ersten Sturm in sich zusammenfällt.

Fazit: Der Umbau von der einfachen Terrassenüberdachung zum Wintergarten lohnt sich!

Wer handwerklich begabt ist und über die nötigen Fachkenntnisse verfügt, kann seinen Wintergarten grundsätzlich selbst auf Basis einer vorhandenen Terrassenüberdachung aufbauen. Für diesen Fall gibt es spezielle Glaselemente und Glasschiebewände, die an der vorhandenen Überdachung angeschlossen werden können und bis zum Boden reichen. Im Lieferumgang sind meist alle benötigten Teile wie etwa die Befestigungselemente etc. enthalten. Auch eine Anleitung zum Aufbau gibt es oft dazu.

Tipp: Hochwertige Glasschiebewände in vielen unterschiedlichen Breiten gibt es in unserem Onlineshop. Schauen Sie doch einmal vorbei!

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Titelbild: ©GartenHaus GmbH

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